Sacribas Definitionen – Teil 1/4: Was ist normal? vs. Was ist gesund?

Normalität oder normal sein bedeutet, einer Mehrheit anzugehören und das Verhalten, das diese Mehrheit macht, als Vorbild zu sehen und daher selbst nachzuahmen.

Auf meinem Blog verwende ich ganz bewusst nicht die Bezeichnungen normal oder Normalität. Denn was als normal gilt, muss deswegen noch lange nicht für den betreffenden Menschen gesund sein, also das Leben produzieren, das er_sie sich wünscht. Was die Mehrheit meint, erwartet oder sogar verlangt, was also „normal ist“, kann entweder komplett destruktiv oder – solange immerhin keine persönlichen Grenzen übergangen werden – einfach egal sein.

Begriffe wie abnormales Verhalten (lateinisch ab = von etwas weg), wie bei psychischen Erkrankungen oder in der Sexualität, fragen eigentlich nach der Gesundheit der Betroffenen, daher verwende ich auch genau diese Adjektive dafür.

  • Eine konstruktive Verhaltensweise wird von allen (!) Beteiligten meistens als sinnvoll erlebt, wirkt extropisch (bringt Evolution), ist ethisch, primärmotiviert, energiegebend, und dadurch mittel- und langfristig gesund / heilend, kurzum, sie funktioniert.
  • Eine destruktive Verhaltensweise wird von den meisten Beteiligten (außer den tatsächlichen oder vermeintlichen „Kriegsgewinnlern“ der Sekundärmotivation) meistens als sinnlos oder sinnentleert erlebt, wirkt entropisch (verhindert Evolution), ist unethisch, sekundärmotiviert, energiefressend, und dadurch mittel- und langfristig krank(machend), kurzum, sie funktioniert nicht.

Aus einem abnormalen Verhalten wird dann, je nachdem, was es für den betroffenen Menschen bewirkt, ein gesundes oder krankmachendes Verhalten.

Sacribas Definitionen – Teil 2/4: Was ist eine Sekundärmotivation?

Eine Sekundärmotivation/eine sekundärmotivierte Handlung bedeutet, etwas zu tun, damit aber bewusst oder unbewusst etwas ganz Anderes erreichen zu wollen, als das Gegenüber versteht oder überhaupt verstehen kann.

Das Gegenteil davon ist eine Primärmotivation/eine primärmotivierte Handlung. Eine solche Handlung bedeutet, einen Wunsch zu haben und etwas zu tun, um damit genau dieses Bedürfnis ohne Umwege zu stillen.

Eine Primärmotivation ist dann der Fall, wenn ein Wunsch mit der Frage „Wozu (will ich das)?“ nicht mehr logisch in weitere Bestandteile zerlegbar ist.

Beispiele:

Handlung/Wunsch: Etwas essen.

Primärmotivation: Ich esse etwas, weil ich Hunger habe.

Sekundärmotivation: Ich esse etwas, weil mir fad ist / weil ich unglücklich bin / usw.

 

Handlung/Wunsch: Sex haben.

Primärmotivation: Ich habe Sex, weil ich diese(n) Menschen geil finde und mit ihm_ihr für uns beide lustvollen Sex erleben möchte.

Sekundärmotivation: Ich habe Sex, weil ich damit freundschaftliche Aufmerksamkeit oder romantisches Interesse von meinem Gegenüber an mir erzeugen möchte.

 

Handlung/Wunsch: eine kreative Idee in die Tat umsetzen.

Primärmotivation: Ich stelle etwas her, weil mir die Arbeit Spaß macht und ich mich dann an der Sache selbst freuen kann.

Sekundärmotivation: Ich stelle etwas her, um damit eine bestimmte Person zu beeindrucken.

 

Handlung/Wunsch: den_die Beziehungspartner_in in der Öffentlichkeit küssen.

Primärmotivation: Ich küsse meine Liebesbeziehung, weil ich ihn_sie jetzt gerade auf diese Weise spüren möchte.

Sekundärmotivation: Ich küsse meine Liebesbeziehung, weil er_sie von jemand Anderem angeflirtet wurde und ich ausdrücken will, dass das „mein Territorium“ ist.

Sekundärmotivationen und sekundärmotivierte Handlungen haben immer sowohl mittel- als auch langfristig negative Auswirkungen! So wird ein Mensch, der aus Langweile isst, über das gesunde Körpergewicht hinaus dick werden. Ein Mensch, der primärmotiviert nur dann isst, solange er_sie Hunger hat, wird das eigene Körpergewicht ohne große Mühe stabil halten und somit einen gesunden Stoffwechsel haben.

Um herauszufinden, ob ein Wunsch / eine Handlung aus einer Primär- oder einer Sekundärmotivation kommt, also ob diese Handlung energiegebend oder energiefressend sein wird, gibt es die Wozu-Fragenkaskade: Am Anfang steht der vorhandene Wunsch. Dann kommt die Frage: Wozu (will ich das)? Darauf gibt man sich selbst eine Antwort. Auf diese folgt wiederum die Frage: „Wozu (will ich das)?“, usw.

Sobald eine Antwort nicht mehr logisch in weitere Bestandteile zerlegbar ist, braucht es keine weitere Frage mehr, da eine Primärmotivation vorhanden ist („Ja, das leuchtet ein.“). Wenn sich die Fragenkaskade jedoch in immer mehr Details verliert, und nicht mehr aufhört, oder sogar nach einigen Durchläufen wieder beim ursprünglichen Wunsch ankommt („Na, weil ich doch … !“), ist höchstwahrscheinlich eine Sekundärmotivation vorhanden, und die Handlung wird, so wie sie jetzt aussieht, in dieser Form, mit diesem Menschen, mehr Schaden anrichten als Nutzen bringen.