Sacribas Definitionen – Teil 2/6: Was ist eine Sekundärmotivation?

Eine Sekundärmotivation / eine sekundärmotivierte Handlung bedeutet, etwas zu tun, damit aber bewusst oder unbewusst über Umwege etwas ganz Anderes erreichen zu wollen, als das Gegenüber versteht oder überhaupt verstehen kann.

Das Gegenteil davon ist eine Primärmotivation/eine primärmotivierte Handlung. Eine solche Handlung bedeutet, einen Wunsch zu haben und etwas zu tun, um damit genau dieses Bedürfnis ohne Umwege zu stillen.

Beispiele:

Handlung/Wunsch: Etwas essen.

Primärmotivation: Ich esse etwas, weil ich Hunger habe.

Sekundärmotivation: Ich esse etwas, weil mir fad ist / weil ich unglücklich bin / usw.

 

Handlung/Wunsch: Sex haben.

Primärmotivation: Ich habe Sex, weil ich diese(n) Menschen geil finde und mit ihm_ihr für uns beide lustvollen Sex erleben möchte.

Sekundärmotivation: Ich habe Sex, weil ich damit freundschaftliche Aufmerksamkeit oder romantisches Interesse von meinem Gegenüber an mir erzeugen möchte.

 

Handlung/Wunsch: eine kreative Idee in die Tat umsetzen.

Primärmotivation: Ich stelle etwas her, weil mir die Arbeit Spaß macht und ich mich dann an der Sache selbst freuen kann.

Sekundärmotivation: Ich stelle etwas her, um damit eine bestimmte Person zu beeindrucken.

 

Handlung/Wunsch: den_die Beziehungspartner_in in der Öffentlichkeit küssen.

Primärmotivation: Ich küsse meine Liebesbeziehung, weil ich ihn_sie jetzt gerade auf diese Weise spüren möchte.

Sekundärmotivation: Ich küsse meine Liebesbeziehung, weil er_sie von jemand Anderem angeflirtet wurde und ich ausdrücken will, dass das „mein Territorium“ ist.

Sekundärmotivationen und sekundärmotivierte Handlungen können zwar das jeweilige Bedürfnis erfüllen, tun dies jedoch immer über Umwege, was mehr Energie als notwendig verbraucht. Diese Energie muss irgendwo herkommen, weswegen Menschen, die sekundärmotiviert handeln, damit sowohl an ihrer eigenen körperlichen und psychischen Gesundheit raubbauen, als auch als Energieparasit die Ressourcen anderer Menschen ausbeuten. Deswegen haben sekundärmotivierte Handlungen – egal ob spontane Mikroaggressionen oder geplante Spielchen –  immer mittel- und langfristig negative Auswirkungen!

So wird ein Mensch, der aus Langweile isst, über das gesunde Körpergewicht hinaus dick werden, und dadurch die eigene körperliche Gesundheit beeinträchtigen. Ein Mensch, der primärmotiviert nur dann isst, solange er_sie Hunger hat, wird das eigene Körpergewicht ohne große Mühe stabil halten und ohne große Mühe einen gesunden Stoffwechsel haben.