Sacribas Definitionen – Teil 2/4: Was ist eine Sekundärmotivation?

Eine Sekundärmotivation/eine sekundärmotivierte Handlung bedeutet, etwas zu tun, damit aber bewusst oder unbewusst etwas ganz Anderes erreichen zu wollen, als das Gegenüber versteht oder überhaupt verstehen kann.

Das Gegenteil davon ist eine Primärmotivation/eine primärmotivierte Handlung. Eine solche Handlung bedeutet, einen Wunsch zu haben und etwas zu tun, um damit genau dieses Bedürfnis ohne Umwege zu stillen.

Eine Primärmotivation ist dann der Fall, wenn ein Wunsch mit der Frage „Wozu (will ich das)?“ nicht mehr logisch in weitere Bestandteile zerlegbar ist.

Beispiele:

Handlung/Wunsch: Etwas essen.

Primärmotivation: Ich esse etwas, weil ich Hunger habe.

Sekundärmotivation: Ich esse etwas, weil mir fad ist / weil ich unglücklich bin / usw.

 

Handlung/Wunsch: Sex haben.

Primärmotivation: Ich habe Sex, weil ich diese(n) Menschen geil finde und mit ihm_ihr für uns beide lustvollen Sex erleben möchte.

Sekundärmotivation: Ich habe Sex, weil ich damit freundschaftliche Aufmerksamkeit oder romantisches Interesse von meinem Gegenüber an mir erzeugen möchte.

 

Handlung/Wunsch: eine kreative Idee in die Tat umsetzen.

Primärmotivation: Ich stelle etwas her, weil mir die Arbeit Spaß macht und ich mich dann an der Sache selbst freuen kann.

Sekundärmotivation: Ich stelle etwas her, um damit eine bestimmte Person zu beeindrucken.

 

Handlung/Wunsch: den_die Beziehungspartner_in in der Öffentlichkeit küssen.

Primärmotivation: Ich küsse meine Liebesbeziehung, weil ich ihn_sie jetzt gerade auf diese Weise spüren möchte.

Sekundärmotivation: Ich küsse meine Liebesbeziehung, weil er_sie von jemand Anderem angeflirtet wurde und ich ausdrücken will, dass das „mein Territorium“ ist.

Sekundärmotivationen und sekundärmotivierte Handlungen haben immer sowohl mittel- als auch langfristig negative Auswirkungen! So wird ein Mensch, der aus Langweile isst, über das gesunde Körpergewicht hinaus dick werden. Ein Mensch, der primärmotiviert nur dann isst, solange er_sie Hunger hat, wird das eigene Körpergewicht ohne große Mühe stabil halten und somit einen gesunden Stoffwechsel haben.

Um herauszufinden, ob ein Wunsch / eine Handlung aus einer Primär- oder einer Sekundärmotivation kommt, also ob diese Handlung energiegebend oder energiefressend sein wird, gibt es die Wozu-Fragenkaskade:

  • Am Anfang steht der vorhandene Wunsch: Ich würde gerne … machen.
  • Dann kommt die Frage: Wozu (will ich das)?
  • Darauf gibt man sich selbst eine Antwort: Weil ich … möchte.
  • Auf diese folgt wiederum die Frage: „Wozu (will ich das)?“,
  • usw.

Sobald eine Antwort nicht mehr logisch in weitere Bestandteile zerlegbar ist, braucht es keine weitere Frage mehr, da eine Primärmotivation vorhanden ist („Ja, das leuchtet ein.“). Wenn sich die Fragenkaskade jedoch in immer mehr Details verliert, und nicht mehr aufhört, oder sogar nach einigen Durchläufen wieder bei einer Antwort ankommt, die in der Kaskade bereits vorkam („Na, weil ich doch … !“), ist höchstwahrscheinlich eine Sekundärmotivation vorhanden, und die Handlung wird, so wie sie jetzt aussieht – in dieser Form, mit diesem Menschen – mehr Schaden anrichten als Nutzen bringen.