Wie funktioniert gesunde Polyamorie? – Teil 5/7: Die Zeiteinteilung meiner Triade

 

 

Wir bestehen aus drei Paarbeziehungen (symbolisiert durch die Linien mit Herz):
Zwei Hetero-Paarbeziehungen und einer lesbischen Paarbeziehung. Zusätzlich dazu gibt es noch das gesamte Dreieck, nämlich wenn wir zu dritt miteinander Zeit verbringen (symbolisiert durch den gepunkteten Kreis).

Wir haben also drei verschiedene Zu-zweit-Spaces sowie einen Zu-dritt-Space.
Jeder dieser Räume hat eigene Traditionen, Verhaltensweisen, Freizeitaktivitäten, usw., genauso wie jedes gesunde Liebespaar über Zeit ganz eigene Umgangsformen entwickelt. Natürlich gibt es dann auch noch unsere jeweiligen Allein-Zeiten (die praktischerweise während einem Zu-zweit-Space der anderen beiden erfolgen können).

Dafür haben wir uns ein eigenes Aufteilungsmodell ausgedacht:

Pro Woche hat jede Liebesbeziehung für sechs Stunden einen Zu-zweit-Space. Der_die Dritte geht währenddessen entweder arbeiten, hat Zeit für sich alleine, oder unternimmt etwas mit Freund_innen.
Allerdings bedeutet das nicht, dass der_die Dritte deswegen ausgesperrt wäre. Er_Sie kann jederzeit kurz Kontakt suchen, solange der grundsätzliche Fokus auf dem jeweiligen Paar mit Zu-zweit-Zeit liegt. Tauchen Bedürfnisse des_der Dritten auf, die mehr Zeit benötigen, verhandeln wir darüber und verschieben oder unterbrechen gegebenenfalls die vereinbarte Zu-zweit-Zeit. Falls aus den 6 Stunden eine bestimmte Zeit übrig bleibt, wird diese entweder gesondert nachgeholt oder an die nächste jeweilige Zu-zweit-Zeit drangehängt.

Dieser Grundsatz funktioniert, solange sich alle Beteiligten daran halten und somit alle drei Zu-zweit-Zeiten den gleichen Platz bekommen. Aus dieser Beschreibung ist ersichtlich, dass unser Beziehungsalltag nicht nur in der Theorie, sondern auch in der Praxis eine vier Mal höhere Komplexität als eine Zweierbeziehung aufweist.